DSA: Alternatives Regelsystem: In die Dunkelheit, Version 1.3

Leser, die meine Reise durch die Rollenspielwelt schon länger verfolgen, kennen meine Vorliebe für das alte DSA. Damit bezeichne ich vor allem die Erstauflage, aber auch noch (bedingt) die zweite und (noch bedingter) die dritte.

Ein Punkt, der mich immer gestört hat, schon 1984, als ich zu meistern begann, ist die Dauer der Kämpfe. Die sind mir einfach zu lange, und es gibt viele Würfelergebnisse, die nichts zum Spielerlebnis oder zur gemeinsam erlebten Geschichte am Tisch beitragen. Auch andere Kritikpunkte gibt es zuhauf: das Magiesystem mit festen Zaubersprüchen, beispielsweise, oder das gesamte Regelsystem für die Geweihten.

Mit In die Dunkelheit habe ich ein alternatives DSA-Regelsystem geschrieben, das auf einem der Bestseller der OSR, Into the Odd, aufbaut. Dabei waren mir vor allem die folgenden Punkte wichtig:

  • In die Dunkelheit ist komplett kompatibel zu den alten DSA-Regelwerken, aber trotzdem anders
  • Kämpfe sind schnell und entscheidend (aber nicht typisch OSR)
  • Es gibt ein freies Magiesystem
  • Geweihte bekommen ein interessantes und flexibles Wundersystem ohne feste Wunder
  • Helden verwenden dasselbe Dokument der Stärke (Charakterblatt) wie in der Erstauflage
  • Narrative Positionierung ist wichtig
Heute habe ich die Version 1.3 von In die Dunkelheit aufs Scriptorium hochgeladen und den Preis auf freundliche 4 Euro runtergesetzt.
Viel SpaĂź!

Nordlicht-Boys, unite!

(Der folgende Post ist ein alter; zum ersten Mal erschien er am 2. März 2010 auf meinem stillgelegten Blog “Rettungswurf”).
Drüben auf Tanelorn wogt eine interessante Diskussion zum Thema Urgeschichte des Schwarzen Auges. Anstoßgeber Achamanian brachte den Stein mit folgender Themenstellung ins Rollen:
Was mich interessieren würde wäre eine kleine Kampagne in dem “Aventurien, das hätte sein können” – also völlig losgelöst von aktuellen Weltbeschreibungen und aufbauend erst einmal nur auf einer Auswahl alter Abenteuer, die diese schräge und irgendwie attraktive Mischung hatten. Ein Aventurien, wo alle “Dämonen” aussehen wie Heshtots und wahrscheinlich in Wirklichkeit irgendeine Art von Außerirdischen sind und wo Borbarad sein Geheimwissen von Nagetierähnlichen Aliens hat. das alles natürlich etwas aufgemöbelt und entrümpelt, so dass die groben Unsinnigkeiten früherer Abenteuer behoben werden.
Was geschah danach?
Das, was Freunden der Old School wohlbekannt ist: breites Unverständnis aus den Reihen der neuen DSA-Spieler. Seltsam sei so etwas, denn die Abenteuer aus den Anfangszeiten des Schwarzen Auges seien ja allesamt nicht DSA-spezifisch gewesen. Und überhaupt sei nur Aventurien in seiner jetzigen Form das einzig legitime, weil von der Redaktion abgesegnete. Die alten DSA-Kaufabenteuer und Schrulligkeiten wurden in Bausch und Bogen von den üblichen Verdaechtigen abgeurteilt: Durch das Tor der Welten? Nett, aber nicht echtes (=stromlinienfoermiges) DSA. Der erste Totengott Aventuriens? 08/15-Fantasy. Unter dem Nordlicht, wenn man die Eisenbahnschienen entfernt? Soooo railroadig und schlecht.
Auf den Einwand der Fans des Alten Aventurien, dass es um ein ganz bestimmtes Gefühl geht, wenn man den überladenen Stiermist, der sich jetzt “Aventurien” schimpft, mißachtet und sich auf die frühen Werke konzentriert, folgte noch breiteres Unverständnis, und ein Diskutant verstieg sich gar zur blödsinnigsten Aussage, die ich seit langem gehört habe: Arthur C. Clarke sei ein Depp. Wohlgemerkt, wir sprechen von einem der Richtungsgeber der modernen Science Fiction, einem schreibenden Visionär, einem der drei ganz Großen im Geschaeft (neben Asimov und Heinlein), ohne dessen Werke wir heute in der Science Fiction nicht da wären, wo wir sind.
Dergestalt ist die Dummheit, Arroganz und Ignoranz zuweilen auf dem Tanelorn-Forum.
Doch die Diskussion hat auch ihr Gutes: Auf der siebten Seite lieĂź Achamanian seinen GefĂĽhlen freien Lauf und antwortete auf einen erneuten Einwand ebenjenes Diskussionsteilnehmers, der Clarke als Depp bezeichnet hatte:
Von mir aus kannst du so viel dissentieren, wie du willst, nur solltest du dann einfach mal auf das eingehen, was Leute geschrieben haben, und nicht wieder behaupten, irgendwer hätte UdN kritiklos verklärt (obwohl die extremen RR-Elemente darin hier im Thread sofort benannt wurde, mitsamt der Erklärung, was denn nun das geschätzte an dem Abenteuer sei, nämlich das einerseits räumlich sehr begrenzte und andererseits sehr fantastische Kristallpalast-Setting), oder irgendwer würde behaupten, UdN sei SF, weil Schnee drin vorkäme (obwohl ich eindeutig geschrieben habe, dass UdN mit seinem Kristallpalast auch gut in ein Sword&Sorcery-Setting mit SF-Einschlägen passt), oder irgendwer würde Forderungen an die Redaktion stellen, oder irgendwer könne überhaupt nicht benennen, was er wolle, sei keiner Rationalität zugänglich und habe einen kürzeren Schwanz (okay, es hieß “sei ein Mann”, also habe da zur Abwechslung ich mal frei interpretiert). So was finde ich tatsächlich zum Kotzen. Es gibt hier im Forum die Schöne Zitat-Funktion, um sich exakt auf das zu beziehen, was einen stört. Wer die nicht nutzt, sondern stattdessen darüber rumpoltert, was für kastrierte Deppen Arthur C. Clarke und die Nordlicht-Boys sind, kann mir ehrlich gesagt gestohlen bleiben.
Gut war diese Antwort nicht nur vom Inhaltlichen her, sondern auch, weil sie einen Begriff geprägt hat, der meiner Meinung nach ganz hervorragend auf die Fans des Alten Aventurien passt: Nordlicht-Boys. 
Danke.

Going back to my rpg roots

Going back to my rpg roots
I started refereeing in 1984 with the first edition of Das Schwarze Auge (English: The Dark Eye), the most successful German rpg. Back in the days, DSA was a fascinating blend of traditional Germanic folklore, sci-fi and sword & sorcery.
This was – and still is – so uniquely German, players called it “Hotzenplotz game” (from Otfried PreuĂźler’s stories about the Robber Hotzenplotz).
In 2011, I wrote my first “retroclone” of DSA and called it Das Auge (The Eye).
Now, 8 years later, I’m returning to this game, the game that got me hooked for roleplaying forever. I’m writing a new version of it.